karma
(Sanskrit: संस्कृत karman, Pali: kamma „Wirken, Tat“)
bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat.

(Wikipedia) 

karmahacking

Tradition und moderne Psychologie:

„Karma“ ist heute viel mehr als Buddhismus

 

Nicht nur viele Philosophien und Religionen setzen darauf, dass die Handlungen des Menschen – so oder so – Folgen für ihn haben. Auch die moderne Psychologie konnte nachweisen: Tief in uns gibt es ein Mechanismus, der – vereinfacht ausgedrückt – so funktioniert:

  • „gute“ Handlungen führen zu „guten“, also positiven Ergebnissen,
  • „schlechte“ Handlungen führen zu „schlechten“, für den Menschen ungünstige, Ergebnissen.

Nun. Das klingt zunächst einmal banal. Trotzdem haben „gute Taten“ oder auch schon „Freundlichkeit“ im täglichen Umgang wenig Platz. Und wer etwas tut, „weil es gut ist“ – wirkt bestenfalls naiv. Wer sich in der Schlange bei Starbucks geschickt vordrängelt, bekommt seinen Kaffee schneller. Und wer wartet, bis er dran ist, schaut zornig zu, wie andere schneller sind. Drüber ärgert er sich und lernt die Drängel-Tricks. Beim nächsten Mal ist er dann schneller und lacht die anderen aus.

Ich denke, in diesem Beispiel geht es nicht um „Zeit“, sondern um „Gerechtigkeit“: Wenn die anderen drängeln, dann kann – nein „muss“ – ich das auch. Wenn es alle machen und dabei sogar noch „gewinnen“, muss das doch gut sein. Oder? Und so übertragen wir dann auf unser ganzes Leben, bewerten unsere Handlungen im Beruf und die Entscheidungen der Politiker nach dieser „Auge-um-Auge“-Gerechtigkeit. Das Ergebnis: Die ganze Gesellschaft verliert so das Gefühl für die Gemeinschaft und jeder von uns für seine eigenen Wünsche – denn es darum geht es beim Alles-Haben-Wollen schließlich nicht. Und, mal so gesehen: Wer bei Starbucks ein paar Sekunden schneller dran ist, hat ja nicht wirklich etwas „gewonnen“.

Der Gedanke an Karma hilft, diesen Irrsinn zu überwinden: Wenn wir akzeptieren, dass wir für unsere Handlungen verantwortlich sind, dann müssen wir uns nicht mehr alles holen, was wir irgendwie greifen können. Wir können uns dann fragen, was uns wirklich wichtig ist. Dann werden wir uns vermutlich NICHT mehr darüber ärgern, dass sich jemand vordrängelt – sondern schon längst mit den anderen in der Starbucks-Schlange plaudern und die Zeit sogar genießen. 

Und wie bekommt dann der Drängler seine gerechte Strafe? Dazu mein erster Buchtipp: „Freundlichkeit – Eine vergessene Tugend“ von The School of Life des Philosophen Alain de Botton. Er erläutert in diesem ebenso kurzen wie genialen Büchlein, dass Menschen, die sich derart schlecht benehmen, ihre Strafe dafür schon längst bekommen haben. Menschen werden ja nicht „böse“ geboren, vielmehr ist gehässiges und herabsetzendes Verhalten eine Reaktion auf eigene Erfahrung. Und so schreibt de Botton: „Es ist unbestreitbar, dass ihr (die „bösen Menschen“) Drang, anderen Leid zuzufügen, auf ihrem Leid beruht. Und mehr brauchen Sie (der „Geschädigte“) gar nicht zu wissen, nur, dass diese Menschen ihre gerechte Strafe erhalten haben.“  Allerdings finde ich, das klingt auch schon wieder nach „Auge um Auge“. Aber vielleicht beruhigt es dich ja. 

Also: Bleibe bei dir! Und du wirst merken, dass es sich gut anfühlt, Handlungen nach dem Karma zu beurteilen. 

„Der wohlwollende Mensch weiß: Wenn jemand erschöpft und gestresst ist, läuft er Gefahr, sich unangemessen zu verhalten.“

Alain de Botton, „Freundlichkeit – eine unvergessene Tugend.“

wissenschaft

Was die Wissenschaft von „guten“ und „schlechten“ Taten hält

Vielleicht magst du nicht einfach „glauben“ oder „philosophieren“. Deshalb lassen wir hier die Wissenschaft zu Wort kommen. Dies sind aktuelle Forschungsergebnisse:

 

Dankbarkeit
gegen Depression

Nicht nur in der positiven Psychologie (Quelle: Seligman) kann ein „Dankbarkeitstagebuch“ eine wirkungsvolle Hilfe für Patienten mit depressiven Symptomen sein.

Großzügigkeit für  Glücksgefühle

Wer großzügig ist, stimuliert damit das ventrale Striatum im Gehirn – was zu einem Glücksgefühl führt. Dies war das Ergebnis eines Forscherteams der Uni Lübeck 

Lügen
verursacht Angst

Das ist schon fast banal: Wer lügt, verschwindet schnell in einem immer schnelleren Strudel von noch mehr Lügen. Auch dazu gibt es Studien – allerdings weiß das auch jeder selbst. 

Egoismus:
gesund & ungesund

Die Eigenschaft „Egoismus“ gibt es in einer gesunden, sinnvollen Ausprägung. Wer es aber damit übertreibt, wird einsam.

wie karma entsteht

Funktioniert Karma wie ein Konto – oder wie ein Acker?

Die Metapher „Konto“ ist für das Karma durchaus angebracht – wenn auch stark vereinfachend. Denn wenn du eine „gute Handlung“ einzahlst, wird damit nicht jede beliebige „schlechte Handlung“ ausgeglichen. Und die größte Schwierigkeit ist, dass Ein- und Auszahlungen zeitlich sehr weit auseinander liegen können.

Stelle dir das vielleicht wie einen Acker vor: Wurde er immer gepflegt und nicht überdüngt, dann wird darauf eine gesunde Frucht wachsen. Wurde darauf viel Gift und vielleicht auch Steine abgeladen, wird die Ernte weder leicht noch ergiebig sein. Und manchmal zerstört sogar ein kleiner Felsbrocken aus einer längst vergessenen Zeit die Pflugschar. 

Es ist also eher so, dass die Rahmenbedingungen (wo du lebst und was dir tagtäglich begegnet) aufgrund der früheren Handlungen entstehen. Hast du irgendwann (ja, auch in früheren Leben) zum Beispiel Tiere gequält, bekommst du nun die Möglichkeit, dies „abzuarbeiten“: Vielleicht triffst du auf eine Menge Hunde, die dich anbellen. Oder du findest einen Job in einem Tierheim, wo du das wieder gutmachen kannst. 

Und ja, selbst das ist noch viel zu „einfach“ gedacht. Welches Karma jetzt gerade reif wird und von dir abgearbeitet wird, ist vermutlich niemals durchschaubar. Deshalb sollte man darüber nicht herumgrübeln – sondern mit den Rahmenbedingungen umgehen: Bellt dich jeder Straßenköter an, brauchst du keine Rückführungstherapie um mögliche Fehler in einem früheren Leben zu suchen. Es reicht, dies als Signal zu erkennen. Vielleicht nimmst du dann wahr, dass du ein Thema mit Hunden oder allgemein Tieren hast und du könntest nun den Wunsch entwickeln, dies zu ändern. Eine Möglichkeit wäre dann, eher freundlich auf diese zuzugehen, Zeit mit ihnen zu verbringen. KEINE gute Strategie (übrigens auch aus psychologischer Sicht) wäre, ihnen aus dem Weg zu gehen. Denn das verschiebt die karmische Abrechnung lediglich und führt im schlimmsten Fall zu einer Angststörung…

Die AGB deines Karma-Kontos!

Wie sind denn nun die Allgemeinen Geschäftsbedingungen? Natürlich ist das auch ein wenig Mutmaßung. Aber da ich großes Vertrauen in die Weisheit des Buddhismus habe, fasse ich dessen AGBs zum Karma-Konto zusammen: Damit eine Tat auch wirklich einzahlt (oder etwas davon abbucht) braucht es verschiedene Voraussetzungen. Es wäre ja unfair, wenn man jahrhundertelang Höllenqualen leiden, nur weil sich während einer Autofahrt von München nach Hamburg hunderte Fliegen selbstmörderisch auf deine Windschutzscheibe stürzen. Nein, der Gedanke dahinter ist sehr fair: Karma hat immer mit Absicht zu tun. Und das kann man so beschreiben:

Erstens: Du weißt, was du tust.

Die Fliege, die dumm genug war, über die Autobahn zu fliegen, wird dich im nächsten Leben nicht verfolgen. Wenn du unterwegs bist, kannst du nicht jeden Zentimeter vor dir absuchen. Eine Fliege, die im Büro am Fenster sitzt, nimmst du jedoch wahr. Wenn du sie erschlägst, weißt du ganz sicher, was du tust.

Es hilft übrigens wenig, wie ein kleines Kind die Augen zu schließen und danach zu sagen, nichts gewusst zu haben. Zu wissen, dass man andere unnötig in Gefahr bringt, ist auch eine Art von Wissen.

Zweitens: Du willst es tun.

Karma reift besonders gut, wenn wir die Tat wollen. Etwa, wenn wir schlecht drauf sind und uns die Fliege am Fenster nervt. Vielleicht „müssen“ wir uns gerade ohnehin abreagieren – und nehmen sie ins Visier. Wir wollen sie töten.

Stehst du dagegen Auge in Auge einem wilden Tier gegenüber, solltest du dich (und natürlich auch andere) schützen. Dann willst du nicht das Tier töten,  sondern dich oder vielleicht andere schützen – aus guten Gründen.

Drittens: Du tust es.

Keine Frage: Böse Gedanken hat jeder mal. Ein mieses Karma wird aber nicht gleich daraus. Dass wir hin und wieder jemandem schaden WOLLEN, lässt sich kaum vermeiden. Die Frage ist, ob wir es auch tun. Eine Gedankenpolizei gibt es im Buddhismus nicht…

Das gilt allerdings vor allem für gute Taten. Etwas Gutes tun zu WOLLEN („an Weihnachten spenden“, „mal etwas Nettes zu den Mitmenschen sagen“) hilft niemandem. Du musst es schon tun – um diese Früchte zu ernten.

Viertens: Du bist zufrieden.

Nach der Tat ist vor der Abrechnung: Wie fühlst du dich, wenn du die Fliege erschlagen hast? Wie, wenn du etwas Nettes zu deinem Kollegen gesagt hast? Natürlich radiert ein schlechtes Gewissen eine schlechte Tat nicht völlig aus. Aber wenn du auch noch stolz darauf bist, dass nun die  Fliege tot am Fenster klebt, ist das eine sehr gute Voraussetzung für wirklich schlechtes Karma. Und wenn du denkst, dass der Kollege dir nun einen Gefallen schuldet, weil du mal nett zu ihm warst, ist das keine gute Voraussetzung für eine großartige Karma-Ernte.

 

„Karma ist nicht Schicksal, sondern Ursache und Wirkung: Wenn du Weizen säst, kriegst du Weizen, wenn du Roggen säst, dann kriegst du Roggen. “

Lama Ole Nydahl

karmahacking üben

 

Der Weg ist (auch) das Ziel: Gutes Karma lässt sich „üben“!

Vielleicht ist das „Karma“ für dich nun auch ein sinnvolles Konzept und du würdest es gerne „hacken“ – also positiv beeinflussen. Glückwunsch zu diesem Vorhaben. Denn das geht kostenlos, mit wenig Aufwand und macht dich ziemlich sicher Schritt für Schritt Glücklicher. Also, los geht’s!

Traditionell lässt sich das Karma in drei Bereichen beeinflussen: Körper, Rede und Geist. Dies sind unsere „Werkzeuge“ mit denen wir mit unserer Welt interagieren. Deshalb habe ich die Übungen hier in diese drei Bereiche aufgeteilt. Wo du beginnst, ist eigentlich egal. Du wirst ohnehin merken, dass das eine ohne das andere und ohne das dritte kaum beeinflusst werden kann.

 

Beginne mit dem Karmahacking dort, wo es dir am leicht und sinnvoll erscheint.

Lass dich von deinen eigenen Gedanken inspirieren und tue Gutes. Sei es, dass du einem Bettler einen Euro gibst – ohne darüber nachzudenken, ob er sich damit ohnehin nur Alkohol kauft. Sei es, dass du diesem schrecklichen SUV-Fahrer den Vortritt lässt. Einfach so – weil du es kannst und weil DEINE Welt dadurch etwas besser wird. Du kennst ja die vier Schritte:

  1. Erkenne, wie die Situation ist,
  2. wünsche, etwas zu tun,
  3. tue es. 
  4. genieße die gute Tat. 

Natürlich werden dir Gedanken durch den Kopf gehen, die dein vorbehaltlos „gutes“ Verhalten verurteilen. Falls du dabei besonders starke Widerstände bemerkst, hier ein Buchtipp: In dem kleinen Büchlein „Freundlichkeit – Eine vergessene Tugend.“ von The School of Life bzw. Alain de Botton wirst du lesen, dass NICHT die freundlich gestimmten Menschen die Loser sind. Auch, wenn es sich manchmal so anfühlt. Es sind diejenigen, die glauben stark zu sein – und das auch zum Ausdruck bringen.

Bedenke allerdings, bevor du startest: Dein Unterbewusstsein ist es gewohnt, so zu arbeiten wie bisher. Umzuschalten auf Freundlichkeit und Karmahacking benötigt eine Menge Energie. Deshalb wird es sich vermutlich mit ablehnenden Gedanken und Empfindungen gegen alle Veränderungen wehren. Dann liegt an dir, ob du da bleibst wo du bist – oder dein Karma „hackst“.

Im Folgenden einige Übungen – wie du Körper, Sprache und Geist für das Karmahacking verwendest. 

 

karmahacking üben // körper

 

1. Bedingungslos Geben ist seliger als „dealen“

Nicht immer ist „Geben“ ein wirkliches Geben – sondern ein Deal, den man sich in den Kopf setzt: „Ich würde dem Obdachlosen schon einen Euro geben, aber wie kann ich sicherstellen, dass er sich damit nicht Alkohol kauft?“ In der Tat verbinden wir das Geben meist mit einer Bedingung.

Deshalb ist dieses Beispiel mit dem Bettler gut: Wir würden ihm schon einen Euro geben, doch er soll diesen in unserem Sinne  einsetzen. Wir erheben uns – im Vorbeigehen – über ihn und nehmen ihm sogar seine Würde, da wir offenbar besser wissen, was gut für ihn ist als er selbst.

Allerdings, denk noch einmal nach: Für dich ist ein Euro wenig Geld – für den Bettler ist es so viel, dass er sich dafür so weit erniedrigt und in der Kälte auf der Straße um ein paar Cent bettelt. Hätte er ein intaktes Leben (und würde unsere Bedingungen „kein Alkohol“, „gute Nahrung“, „Zähne putzen“ erfüllen), bräuchte er das nicht.

Also: Hand aufs Herz! Willst du ihm helfen oder nicht? 

Vielleicht denkst du nun: „Ich kann ja nicht die ganze Welt retten.“ Das ist korrekt – aber auch ein sehr durchsichtiges Manöver deines Unterbewusstseins. Denn, nein, darum geht es ja gar nicht. Es gibt gerade nur diesen Bettler, den Euro in deiner Tasche und die Überlegung, ihm zu helfen. Versuche das mal so zu sehen. Gib einen Tag lang jedem Obdachlosen etwas – und fühle nach, wie sich das anfühlt.

2. Nicht (oder zumindest weniger) schaden

Wollen wir mal nicht über den Klimawandel oder die Flüchtlingskrise diskutieren. Schau auf deinen Teller: Was liegt dort? Ein ordentliches Steak – aber leider von einem Tier, das ein Leben voller Qualen hatte? Wie fühlt sich dieser Gedanke an? Sehr unbequem. Stelle dir nun vor, da liegt (um preislich gleich zu bleiben) ein Stück von einem Tier, dass artgerecht und in frischer Luft aufgewachsen wurde. Welches Schnitzel schmeckt besser?

Ich finde: Selbst, wenn wir nicht an das Konzept „Karma“ glauben, wird sich das Vermeiden von Tierquälereien und Aggression im Straßenverkehr angenehm beruhigend auf unser Leben auswirken. Denn wenn wir mit unseren Taten möglichst wenig Schaden über andere bringen, kann sich unser Geist etwas entspannen. 

Nun höre ich deinen Verstand aufkreischen: „Wieso soll ich denn alles richtig machen? Die anderen kaufen ihre Fleischberge doch auch bei Norma!“ Nun, das ist richtig. Doch gerade geht es nicht um „die Menschen“, sondern um dich.

Und, hey: Eine Welt, in die du freundlich hinein lächelst, wird sehr freundlich zurücklächeln.

3. Den eigenen Körper schützen

Lama Ole Nydahl, buddhistischer Lama, sagt: „Wer sich schlecht verhält, dem geht es vermutlich schlecht.“ Wenn du also gutes Karma aufbauen möchtest, musst du erst dafür sorgen, dass es DIR gut geht. Und dir geht es nur dann gut, wenn dein Körper o.k. ist. Und, ja, das läuft hier auf die üblichen Ratschläge wie „nimm ab“, „mache moderaten Sport“, „entspanne dich“ und „bleibe beweglich“ hinaus. Ratgeber dafür gibt es genug – gehe in irgendeinen Buchladen! Um dir das einfacher zu machen, habe ich mal aufgeschrieben, wie du mit Habit Based Goals solche schwierigen Ziele wirklich erreichen kannst.

Was ich hier vor allem sagen möchte: Gutes Karma aufbauen, heißt NICHT, nur für andere da zu sein. Im Gegenteil. Nur, wer für sich selbst die Kraft und den Überschuss hat, anderen zu helfen, kann das langfristig für andere tun. Du erinnerst dich: Im Flugzeug sollen wir auch zuerst die Sauerstoffmasken selbst anlegen bevor wir anderen helfen.

Frage dich deshalb: Was brauchst du wirklich, damit es dir gut geht?

 

„Jetzt ist tatsächlich das Zeitalter der Einzelkämpfer vorbei.“

Gerald Hüther (2018 im Flowgrade Podcast)

karmahacking üben // rede

 

1. Rede sanft und vertrauensvoll

Das ist hier kein Kuschel-Workshop. Doch spüre kurz einmal in dich hinein, wie es dir geht, wenn jemand in deiner Umgebung laut und ätzend redet. Selbst, wenn man nicht selbst damit gemeint ist, fühlt sich das unbequem und eckig an. So, wie es sich früher angefühlt hat, als wir noch Kinder waren und sich unsere Eltern gestritten haben. Das WIE und das WAS der Sprache wirkt direkt auf das Empfinden des Empfängers – aber auch des Senders und sogar unbeteiligter Zuhörer. Deshalb ist die Sprache ein wichtiges Instrument. 

Versuche dies:

a) Sage nur Dinge, die du auch der Person, über die du gerade redest, direkt sagen würdest. Vermeide Schimpfwörter und fiese Witzeleien.

b) Wenn du Wut oder Angst spürst, sage lieber gar nichts und schlafe noch einmal drüber. Das geht natürlich nicht immer. Aber häufiger, als man denkt. 

c) Nimm dir vor, jeden Tag mindestens drei Menschen, denen du begegnest etwas Nettes zu sagen. Und genieße deren Reaktion!

Wer sich darin schulen möchte, dem sei die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg empfohlen. Hier lernst du, was der andere braucht und wie angenehm es ist, ihm das zu geben. 

2. Ehrlichkeit währt (häufig) am entspanntesten

Wenige Dinge sind schwerer, als schwierigen Menschen eine möglicherweise schwierige Wahrheit zu sagen. Allerdings kommt dabei auch darauf an, WIE man die Wahrheit ausspricht. Hier ein paar Tricks, wie die Wahrheit leichter zu vermitteln ist:

a) Sprich in „Ich-Sätzen“. Also sage nicht „du hast mich beleidigt“, sondern „der Satz … hat mich beleidigt“.

b) Vermeide immer 😉 die Wörter „immer“ und „nie“. Beschreibe stattdessen das, worum es geht konkret anhand der Situation und aus deiner Sichtweise.

c) Versuche, immer etwas weniger Redezeit zu haben als der andere. Lass ihn ausreden, reagiere auf seine Aussagen und dränge ihn nicht in deine Denkwelt.

Mit der Ehrlichkeit ist das allerdings so eine Sache: Manchmal bedient man sich einer „Notlüge“, um eine größere Wahrheit zu schützen. Wenn du etwa bei deiner Oma bist und ihr Apfelkuchen schon lange nicht mehr so schmeckt wie früher, darfst du diesen natürlich trotzdem loben. Denn du schützt damit die viel größere Wahrheit, dass du deine Oma liebst und achtest. 

3. Vermeide (reduziere) sinnlose Rede

Einfach mal die Klappe halten! Wenn zwei (oder mehr) Menschen einen Raum teilen, ist es sehr schwer für sie, NICHT zu reden. Statt auch mal die gemeinsame Stille zu genießen, redet man über das Wetter oder fragt „Und? Wie geht es sonst so?“ Als ob wir Angst vor Ruhe hätten. Das gleiche gilt übrigens auch, wenn wir die drei Minuten zwischen zwei Terminen mit „Facebooken“ anfüllen. Deshalb zwei Selbstversuche für dich:

a) Versuche in geselligen Situationen wenig zu reden und beobachte stattdessen die anderen.

b) Verzichte eine Woche lang auf alle Soziale Medien und auf alle Nachrichten. Beobachte, was dir dadurch fehlt – und was dir dadurch geschenkt wird.

karmahacking üben // geist

 

 1. Meditation & Achtsamkeit

Was soll man noch zu Meditation und Achtsamkeit sagen – was nicht schon längst in vielen Büchern steht? Vielleicht dies:

Diese Sache mit dem guten Karma funktioniert nur, wenn wir das bewusst wollen (siehe die Bedingungen fürs Karma). Allerdings ist unsere Welt nicht darauf vorbereitet, dass man sich selbst bewusst wahrnimmt. Im Gegenteil: Es gibt viel Ablenkung – und das ist angenehm. Vielleicht erkennst du durch die Meditation, dass in dir mehr als ein Facebook-Profil, ein guter Mitarbeiter und  ein Familienmensch steckt. Wenn du genau hinschaust, siehst du dich vermutlich selbst, wie du alle Hände damit zu tun hast, die anderen Rollen zu spielen.

Und, klar: Das ist sehr, sehr anstrengend. Am besten kannst du DIR dabei helfen, indem du dir selbst hin und wieder „Hallo“ sagst und fragst, was du brauchst. Und genau das ist einer der vielen guten Gründe, zu meditieren.

2. Mitgefühl (nicht Mitleid)

Es ist nicht einfach, diese beiden Begriffe auseinander zu halten. Vielleicht hilft dabei der Gedanke, dass „Mitleid“ immer ein wenig von oben herab kommt und die innere Freude enthält, dass man selbst nicht in dieser blöden Situation steckt. Beim „Mitgefühl“ versucht man dagegen, die Situation aus den Augen des Betroffenen zu sehen und zu schauen, was ihm gerade am besten helfen könnte. Oder anders gesagt: Du springst nicht zu ihm in die Grube und leidest mit ihm – sondern du erfasst die Situation und holst vielleicht Hilfe.

Wie kann man das üben?

a) Finde Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen. Vor allem mit Menschen, die du vielleicht nicht sonderlich gern hast.

b) Wenn dir jemand mal wieder etwas vorjammert – höre genau zu. Lass ihn ausreden, frage sehr sanft nach und versuche herauszufinden, was dieser Mensch dir EIGENTLICH sagen will; was seine echten Schmerzen sind.

c) Sprich immer wieder das Mantra „Om mani padme hum“ (Sanskrit,). Dies ist das Mantra des Bodhisattva des Mitgefühls Avalokiteshvara – und trägt viel Segen in sich. Das klingt schräg für dich? Fein. Probiere es trotzdem.

3. Entwickle Verständnis (dir und anderen gegenüber)

Wir neigen zu Härte. Manche Menschen mehr, manche weniger. Aber fast alle legen an andere oder sich hohe Maßstäbe an. Wenn du diese Seite hier liest, gehörst du ziemlich sicher dazu. Mein Rat: Versuche nicht besser zu sein, als du bist und verlange das auch nicht von anderen.

Jede schlechte Eigenschaft, die wir haben, war irgendwann eine sinnvolle Lösung für etwas in unserem Leben. Meist haben wir dadurch in unserer Kindheit die Aufmerksamkeit unserer Eltern erlangt oder haben uns Ärger vom Leib gehalten. Sei es durch besonderes Strebertum oder durch abstoßendes Verhalten. Das hat damals funktioniert, wir haben es wie das Laufen und Schreiben gelernt und nun gehört diese Art zu handeln zum Repertoire unserer Persönlichkeit. Das ist alles lange her. Deshalb kann es gut sein, dass wir dieses (nun schlechte) Verhalten nicht mehr benötigen UND dass es trotzdem schwer wird, es wieder zu verlernen. Deshalb habe Geduld mit dir und anderen.

Entwickle ein wohlwollendes, wenn auch distanziertes Interesse an all den schlechten Dingen bei dir und anderen. Das Leben will dich eigentlich nicht ärgern. Versprochen!

FAQ

 

Noch Fragen?

Natürlich hast du Fragen. Schicke mir diese doch zu. Ich werde versuchen, diese zu beantworten. Und ich freue mich darüber – denn dann kann ich die Frage und die Antwort hier veröffentlichen. Natürlich anonym für dich.

zum Autor

 

eric kubitz



In dem einen Leben bin ich Geschäftsführer der CONTENTmanufaktur GmbH und betreue Kunden in allen möglichen Fragen rund um Inhalte und SEO. Als Heilpraktiker für Psychotherapie helfe ich Menschen mit Therapie, Beratung und Coaching

Als Achtsamkeitslehrer, Buddhist und Heilpraktiker für Psychotherapie suche ich auch „zwischen den Zeilen“ nach einem Sinn – und mache mir meine Gedanken. Karmahacking ist so ein Gedanke…